|
 Â
Das erwartet Sie auf diesen Seiten:
   Vom Schrankenposten zur Blockstelle? Der Schrankenposten 7 lag an der Tegel-Hermsdorfer Chaussee (dem späteren Hermsdorfer Damm) am Km 12,4 der Strecke. Solange die Kremmener Bahn eine Nebenbahn war, war dieser Bahnübergang ungesichert. Das änderte sich aber mit dem Hauptbahnausbau 1910 und der damit verbundenen Erhöhung der Streckengeschwindigkeit auf 70 km/h. Seitdem waren alle Bahnübergänge an der Strecke gesichert.  Zwischen 1921 und 1925 wurde die Strecke zwischen Tegel und Hennigsdorf zweiweisig ausgebaut und höhergelegt. Der Schrankenposten 7 wurde dadurch obsolet. Wegen der frappierenden Ähnlichkeit der beiden Wellblechbuden ist es nicht ausgeschlossen, dass die Bude für die neue Bk 8 weiterverwendet wurde. Der Ausbau der Strecke konnte von der Deutschen Reichsbahn nur unter wirtschaflich schwierigen Bedingungen und somit Sparzwang verwirklicht werden. Was liegt also näher, die alte Bude vom Schrankenposten weiter zu verwenden anstatt einen teuren Stellwerksneubau zu finanzieren? Ich kann mir sogar vorstellen, dass die Schrankenwärter zu Blockwärtern ausgebildet wurden und zukünftig in der Blockstelle 8 ihren Dienst ausübten.    Ein Arbeitsplatz mitten im Wald - die Blockstelle Tegelgrund Die Blockstelle Tegelgrund entstand aus der Planung des neuen Güterbahnhofs Tegel heraus. Wegen der größeren Steigungen und Krümmungen wurde diese Blockstelle benötigt, um die zukünftige fünf Minuten Zugfolge zu garantieren. [1] Die Blockstelle wurde ca. 1925 errichtet. Das genaue Datum ging aus den bis jetzt ausgewerteten Akten leider nicht hervor. Auf dem u.a. Lageplan vom 24. November 1938 ist neben der Blockstelle ein sog. „Wagonraum" zu sehen. Wegen des beengten Arbeitsplatz musste die Toilette und die Lagermöglichkeit für Betriebsmittel ausgelagert werden. Interessant zu wissen wäre auch, wie die Blockwärter zu ihrem Arbeitsplatz gelangten, der zwar in der Stadt, aber trotzdem abgelegen mitten im Wald lag. Die Straßenbahn lag ca 750m entfernt. Auf der Ruppiner Chaussee fuhren keine Linienbusse. Vielleicht durften die Blockwärter auch auf dem Führerstand mitfahren.
Die telegraphische Bezeichnung lautete anfangs Blockbude 8. Mit Stand 15. Mai 1939 wurde die Blockstelle mit Bk Tegelgrund bezeichnet.[2]  Die benachbarten Stellwerke die die Blockabschnitte begrenzten waren die Blockstelle Schulzendorf und das Wärterstellwerk Tnb des Bf Berlin Tegel.
  Ihre Daseinsberechtigung behielt die Blockstelle auch nach dem Ende des zweiten Weltkriegs, obwohl der durchgehende Güterverkehr von Berlin (West) in die DDR seit 1950 unterbunden war und die Strecke dementsprechend geringer ausgelastet war.  Seit dem 18. Mai 1953 verkehrten die sog. Durchläuferzüge für die Randgebiete Berlins, die auf allen Bahnhöfen der Westsektoren nicht hielten. [3] Für diese in den Fahrplan der S-Bahn zwischengeschobenen Züge benötigte man auf der rund 4 km langen Strecke zwischen Tegel und Schulzendorf die Bk Tegelgrund zur Steigerung der Durchlassfähigkeit der Strecke.  Am 03 Mai 1958 verkehrten die Durchläufer letztmalig. [4] Der neue Kreuzungsbahnhof Hennnigsdorf Nord ermöglichte über den Berliner Außenring das Umsteigen auf die S-Bahn ohne die Westsektoren zu berühren.  Die damit entbehrliche Blockstelle Tegelgrund wurde am 16. Februar 1959 [5] außer Betrieb genommen und vermutlich nach 1970 endgültig abgerissen. Die nachfolgenden Fotos zeigen die Wellblechbude der Blockstelle von 1969 und das noch heute vorhandene Fundament der Blockstelle Tegelgrund. Â
Die ehemalige Bk Tegelgrund ca. 1969. Ein Zug der Zuggruppe 3 passiert die Blockstelle. Foto: Lothar Idziak
Â
   |
||||||||||||||||||
| Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 04. Mai 2012 um 09:54 Uhr | ||||||||||||||||||



