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Samstag, 19.05.2012

 



 

Erbaut

Architekt

Inbetriebnahme

Unter Denkmalschutz?

        1924/26

                          Richard Brademann

                  1927

                              ja

   

                                             

Das Gleichrichterwerk von der Straßenseite aus gesehen ca. 1930. Foto: Zeitschrift für Bauwesen 1930 Heft 2Das Gleichrichterwerk von der Straßenseite aus gesehen ca. 1930. Foto: Zeitschrift für Bauwesen 1930 Heft 2Das Gleichrichterwerk Hennigsdorf von der Gleisseite aus gesehen 1929. Aus einem AEG Prospekt. Foto: BSW-Gruppe Bahnstromanlagen S-BahnDas Gleichrichterwerk Hennigsdorf von der Gleisseite aus gesehen 1929. Aus einem AEG Prospekt. Foto: BSW-Gruppe Bahnstromanlagen S-Bahn

 

 

Das Gleichrichterwerk Hennigsdorf wurde 1924/26  von Richard Brademann an der Fontane- Ecke Krumme Straße in Hennigsdorf errichtet. Es gehört wie das Gleichrichterwerk Tegel zu den Prototypen einer neuen Generation von Stromversorgungsbauten.

Der erste gestalterische Unterschied zum Tegeler Gleichrichterwerk ist die Form der Lüftungsschächte. In Hennigsdorf sind sie als rechteckige, pfeilerartige Säulen gestaltet. In Tegel dagegen sind sie dreieckig ausgeführt.

Der zweite - besonders auffällige Unterschied - stellen die Treppenhäuser dar. In Tegel sind sie rechteckig ausgeführt. In Hennigsdorf treten die Treppenhäuser weit aus der Gebäudeecke hervor. Ihre turmartige Gestaltung mit tief eingeschnittenen Fensteröffnungen erweckt den Eindruck eines Wehrbaus.

Die elektrotechnische Einrichtung stammte - wie konnte es in Hennigsdorf anders sein - von der AEG. In Tegel kam BBC-Technik zum Einsatz.

In einem Prospekt der AEG von August 1929 werden die technischen Parameter der Gleichrichter aufgeführt:

Anzahl der Gleichrichter: 3                                            Überlastungsfähigkeit 20 Sekunden lang alle 5 Minuten: 3000 Ampere

Leistung der Gleichrichter: 800 kW                             Drehstromspannung bei 50 Hertz: 30000 Volt

Gleichspannung bei Vollast: 800 V                              Anzahl der abgehender Bahnspeiser einschließlich Ersatz: 5

Dauerstromstärke je Gleichricher: 1000 Ampere

 

 

AEG-Gleichrichter im Gleichrichterwerk Hennigsdorf 1929. Foto: BSW-Gruppe Bahnstromanlagen S-BahnAEG-Gleichrichter im Gleichrichterwerk Hennigsdorf 1929. Foto: BSW-Gruppe Bahnstromanlagen S-BahnArbeitsplatz des Bahnstromers im Gleichrichterwerk Hennigsdorf 1927. Foto: BSW-Gruppe Bahnstromanlagen S-BahnArbeitsplatz des Bahnstromers im Gleichrichterwerk Hennigsdorf 1927. Foto: BSW-Gruppe Bahnstromanlagen S-Bahn
Schalttafel Gleichrichterwerk Hennigsdorf 1927 Foto: BSW-Gruppe Bahnstromanlagen S-BahnSchalttafel Gleichrichterwerk Hennigsdorf 1927 Foto: BSW-Gruppe Bahnstromanlagen S-BahnSchalttafel ca 1927. Foto: BSW-Gruppe Bahnstromanlagen S-BahnSchalttafel ca 1927. Foto: BSW-Gruppe Bahnstromanlagen S-Bahn

 

Die Zeit vom 13. August 1961 bis zum 23. September 1983

Nach dem 13. August 1961 versorgte das Gleichrichterwerk Hennigsdorf den Inselbetrieb Hennigsdorf - Velten. Der ehemals versorgte Abschnitt bis nach Heiligensee wurde dem Gleichrichterwerk Tegel zugeordnet.

Das Gleichrichterwerk war bis zur Betriebseinstellung ortsbedient, u.a. deshalb, weil die elektrische Ausrüstung des Gleichrichterwerks einen größeren Aufwand erforderte und der Inselbetrieb als zeitlich begrenzt erkennbar war. Außerdem wurde der Nordbereich der S-Bahn Strecke nach Oranienburg (Nordbahn) über die 30 kV-Schaltanlage vom Gleichrichterwerk Hennigsdorf weiterhin versorgt.

Die Strecke Hennigsdorf Velten wurde 1983 mit 15 kV Oberleitung elektrifiziert. Der Inselbetrieb mit der Gleichstrom S-Bahn war nicht mehr wirtschaftlich vertretbar.

Nach Einstellung des S-Bahn Betriebs konnte das damalige Kombinat LEW (Lokomotivbau Elektrotechnische Werke) Hennigsdorf keine Erprobungsfahrten mit der neuentwickelten Baureihce 270 mehr durchführen.

Aus diesem Grund wurde das bis heute existierende Testgleis von Hennigsdorf nach Velten errichtet. Die Stromschiene wurde vom Bahnstromstromwerk im Auftrag der LEW hergestellt. Für den Wechselstrombetrieb im Bahnhof Hennigsdorf wurde eine galvanische Trennung eingerichtet.

Das Gleichrichterwerk wurde mittels Überleitvertrag an das  LEW abgetreten. Das LEW wurde Eigentümer des Werkes mit der Bedingung, dass die Deutsche Reichsbahn weiterhin die Stromversorgung der Nordbahn garantiert bekam. Auch hat das LEW von der DR Personal für die Bedienung des Gleichrichterwerks mit übernommen.

Heute gehört das Gleichrichterwerk zum Nachfolgeunternehmen Bombardier.

 

Das Gleichrichterwerk von der Gleisseite aus gesehen. Foto vom 07. April 2010. Foto: Lars MolzbergerDas Gleichrichterwerk von der Gleisseite aus gesehen. Foto vom 07. April 2010. Foto: Lars Molzberger

Hier sieht man deutlich den wehrbauähnlichen Charakter des Treppenhauses. Foto vom 07. April 2010. Foto: Lars MolzbergerHier sieht man deutlich den wehrbauähnlichen Charakter des Treppenhauses. Foto vom 07. April 2010. Foto: Lars Molzberger

Hinweistafel der Stadt Hennigsdorf. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Foto vom 07. April 2010. Foto: Lars MolzbergerHinweistafel der Stadt Hennigsdorf. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Foto vom 07. April 2010. Foto: Lars MolzbergerAnsicht von der Straßenseite. Foto vom 07. April 2010. Foto: Lars MolzbergerAnsicht von der Straßenseite. Foto vom 07. April 2010. Foto: Lars Molzberger


Weiterführende Informationen zur Bahnstromversorgung: http://www.s-bahnstromgeschichten.de/haupt1.htm

Informationen zur Architektur entnahm ich den Buch von Susanne Dost:

Susanne Dost, Richard Brademann (1884 bis 1965) Architekt der Berliner S-Bahn, Verlag Bernd Neddermeyer 2002

Funktionsweise eines Quecksilberdampfgleichrichters: http://www.quecksilberdampfgleichrichter.de/

 

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 19. Juli 2011 um 14:16 Uhr