|
Â
Â
                                              Â
  Das Gleichrichterwerk Hennigsdorf wurde 1924/26 von Richard Brademann an der Fontane- Ecke Krumme Straße in Hennigsdorf errichtet. Es gehört wie das Gleichrichterwerk Tegel zu den Prototypen einer neuen Generation von Stromversorgungsbauten. Der erste gestalterische Unterschied zum Tegeler Gleichrichterwerk ist die Form der Lüftungsschächte. In Hennigsdorf sind sie als rechteckige, pfeilerartige Säulen gestaltet. In Tegel dagegen sind sie dreieckig ausgeführt. Der zweite - besonders auffällige Unterschied - stellen die Treppenhäuser dar. In Tegel sind sie rechteckig ausgeführt. In Hennigsdorf treten die Treppenhäuser weit aus der Gebäudeecke hervor. Ihre turmartige Gestaltung mit tief eingeschnittenen Fensteröffnungen erweckt den Eindruck eines Wehrbaus. Die elektrotechnische Einrichtung stammte - wie konnte es in Hennigsdorf anders sein - von der AEG. In Tegel kam BBC-Technik zum Einsatz. In einem Prospekt der AEG von August 1929 werden die technischen Parameter der Gleichrichter aufgeführt: Anzahl der Gleichrichter: 3                                           Überlastungsfähigkeit 20 Sekunden lang alle 5 Minuten: 3000 Ampere Leistung der Gleichrichter: 800 kW                            Drehstromspannung bei 50 Hertz: 30000 Volt Gleichspannung bei Vollast: 800 V                             Anzahl der abgehender Bahnspeiser einschließlich Ersatz: 5 Dauerstromstärke je Gleichricher: 1000 Ampere    Die Zeit vom 13. August 1961 bis zum 23. September 1983
Nach dem 13. August 1961 versorgte das Gleichrichterwerk Hennigsdorf den Inselbetrieb Hennigsdorf - Velten. Der ehemals versorgte Abschnitt bis nach Heiligensee wurde dem Gleichrichterwerk Tegel zugeordnet. Das Gleichrichterwerk war bis zur Betriebseinstellung ortsbedient, u.a. deshalb, weil die elektrische Ausrüstung des Gleichrichterwerks einen größeren Aufwand erforderte und der Inselbetrieb als zeitlich begrenzt erkennbar war. Außerdem wurde der Nordbereich der S-Bahn Strecke nach Oranienburg (Nordbahn) über die 30 kV-Schaltanlage vom Gleichrichterwerk Hennigsdorf weiterhin versorgt. Die Strecke Hennigsdorf Velten wurde 1983 mit 15 kV Oberleitung elektrifiziert. Der Inselbetrieb mit der Gleichstrom S-Bahn war nicht mehr wirtschaftlich vertretbar. Nach Einstellung des S-Bahn Betriebs konnte das damalige Kombinat LEW (Lokomotivbau Elektrotechnische Werke) Hennigsdorf keine Erprobungsfahrten mit der neuentwickelten Baureihce 270 mehr durchführen. Aus diesem Grund wurde das bis heute existierende Testgleis von Hennigsdorf nach Velten errichtet. Die Stromschiene wurde vom Bahnstromstromwerk im Auftrag der LEW hergestellt. Für den Wechselstrombetrieb im Bahnhof Hennigsdorf wurde eine galvanische Trennung eingerichtet. Das Gleichrichterwerk wurde mittels Überleitvertrag an das LEW abgetreten. Das LEW wurde Eigentümer des Werkes mit der Bedingung, dass die Deutsche Reichsbahn weiterhin die Stromversorgung der Nordbahn garantiert bekam. Auch hat das LEW von der DR Personal für die Bedienung des Gleichrichterwerks mit übernommen. Heute gehört das Gleichrichterwerk zum Nachfolgeunternehmen Bombardier. Â
 |
||||||||||
| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 19. Juli 2011 um 14:16 Uhr | ||||||||||








