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Eröffnung: 25. August 1958 | Nächster Bahnhof Richtung Kremmen: Hohenschöpping |
Schließung: 24. Mai 1998 | Nächster Bahnhof Richtung Schönholz: Hennigsdorf | |
Sommer 2018 abgetragen | Telegraphische Abkürzung: Hdn für Hennigsdorf Nord |
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Lage im Streckennetz: Kilometer 21,0 der Strecke Schönholz—Kremmen. | ||
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Zum Titelbild: Am 16. August 2011 hat die Natur den zu diesen Zeitpunkt 13 Jahre außer Betrieb befindlichen Haltepunkt Hennigsdorf Nord zurück erobert. Ein Zug der RB 55 nach Velten passiert den ehemaligen Haltepunkt. Seit Juli/August 2018 ist nichts mehr vom ehemaligen Haltepunkt vorhanden. |
Ein Kind des Kalten Krieges
Die Deutsche Reichsbahn baute seit 1951 kontinuierlich den Berliner Außenring auf, um die Westsektoren Berlins zu Umfahren. Dazu entstanden an den Kreuzungspunkten des Berliner Außenrings mit den Radialstrecken der S-Bahn schlichte
Umsteigebahnhöfe. In Hennigsdorf Nord entstanden auf dem Außenring zwei Seitenbahnsteige, an der Kremmener Bahn am östlichen Rand der Strecke an der Straße Hennigsdorf-Velten ein Seitenbahnsteig, dem sogar ein Empfangsgebäude spendiert wurde. Am 18. August 1958 wurde der Bahnsteig am Außenring eröffnet, der Bahnsteig an der Kremmener Bahn folgte eine Woche später.
Als am 13. August 1961 durch den Bau der Mauer Berlin (West) endgülig vom Verkehr mit der DDR abgeriegelt wurde, nahm die Bedeutung des Bahnhof Hennigsdorf Nord für den Umsteigeverkehr enorm zu. Fahrgäste, die von Berlin (Ost) ins nördliche Umland fahren wollten, mussten mit den sog. „Sputniks" nach Hennigsdorf Nord fahren und von dort die S-Bahn bis Velten oder Hennigsdorf nutzen. Die S-Bahn fuhr nach dem 13. August 1961 im Inselbetrieb zwischen Hennigsdorf und Velten.
Die Zeit von 1961 bis zur Außerbetriebnahme 1998
Am Bahnsteig der Kremmener Bahn hielten nicht nur S-Bahnzüge, sondern im Berufsverkehr auch lokbespannte Züge. Seit dem Einreiseverbot für Einwohner von Berlin (West) 1952 fehlten dem LEW Hennigsdorf Teile der Belegschaft aus den Westsektoren. Die neu gewonnenen Mitarbeiter wohnten z.T. in und um Oranienburg. Um die neuen Verkehrsströme zu bewältigen wurde 1951 die Nebenbahn Oranienburg - Eden - Leegebruch - Velten gebaut, die am 24.02.1951 in Betrieb ging. Im Berufsverkehr fuhren zwei Züge nach Hennigsdorf durch, die 6:35 und 13.12 Uhr in Hennigsdorf ankamen und 14:39 und 16:28 Uhr nach Oranienburg zurückfuhren.[1] Eine größere Zugdichte war wegen der Eingleisigkeit nicht durchführbar.
Mit dem Mauerbau am 13. August 1961 mussten die wenigen verbliebenen Fahrgäste einen großen Umweg fahren, wenn sie nach Berlin (Ost) fahren wollten. Ab Hennigsdorf Nord gelangte man über den Berliner Außenring (BAR) in die Stadt. Immerhin wurde der Haltepunkt weiterhin von der S-Bahn im Inselbetrieb Hennigsdorf-Velten versorgt.
Am 20. September 1983 hatte auch dieses ein Ende. Der Inselbetrieb erwies sich als zu teuer und unwirtschaftlich. Die Strecke Hennigsdorf-Velten wurde mit Oberleitung elektrifiziert Ab dem 07. Oktober 1983 hielten moderne Doppelstockzüge in Hennigsdorf Nord. Die Stromschiene der S-Bahn wurd bald danach abgetragen. Rund vier Jahre später musste die Deutsche Reichsbahn die Stromschiene wieder montieren: Das damalige Kombinat LEW Hennigsdorf wollte die neu entwickelte Baureihe 270 erproben. Als Folge dieser Erprobungsfahrten fielen fahrplanmäßige Züge aus. Um diesen unhaltbaren Zustand aus der Welt zu schaffen, wurde 1987 zwischen Hennigsdorf und Velten das zweite Gleis als Erprobungsgleis für LEW Hennigsdorf wieder aufgebaut und Mitte 1989 in Betrieb genommen.[2]
Mit der politschen Wende veränderten sich die Verkehrsströme grundliegend. Nicht nur der zunehmende Individualverkehr ließen die Fahrgastzahlen auf dem Berliner Außenring und somit auch in Hennigsdorf Nord sinken. Neue direkte Verbindungen in die Stadt Berlin waren nun mal attraktiver als die umständliche Umfahrung über den Außenring. Am 24. Mai 1998 kam das endgültige Aus für den Bahnhof.
Ein neuer Bahnhof Hennigsdorf Nord war für die mögliche Wiederinbetriebnahme der S-Bahn nach Velten in Planung. Die Wiederinbetriebnahme der S-Bahn ist aber nach der am 23. April 2012 stattgefundenen Regionalkonferenz zum Landesnahverkehrsplan nicht mehr vorgesehen.[3]
Update 6. September 2018: Die Strecke von Hennigsdorf nach Velten war für Streckensanierungsarbeiten in der Zeit vom 5. Juli bis zum 2. September 2018 gesperrt. Bis Mitte August 2018 wurde der Haltepunkt Hennigsdorf Nord vollständig rückgebaut. Somit ist wieder ein Verkehrsbau aus dem Stadtbild verschwunden.
Der Bahnhof Hennigsdorf Nord im Zeitenwandel - die Fotogalerie
Quellen und weitere Links Der Bahnhof Hennigsdorf Norf auf www.stadtschnellbahn-berlin.de/ Letzte Überarbeitung: 6. September 2018
[1] Verkehrsgeschichtliche Blätter 02/89 Zur Frühschicht nach Hennigsdorf - Vorgeschichte, Bau und Betrieb der ehemaligen Nebenbahn Velten – Oranienburg.
[2] Berliner Verkehrsblätter 12/87 Kurzmeldungen Seite 264 sowie Peter Bley, Die Kremmener Bahn, Verlag B. Neddermeyer 2004 Seite 132